Sponsored Products sind das meistgenutzte Werbeformat auf Amazon. Dieser Leitfaden erklärt alles von Grund auf: Wie das Format funktioniert, welche Targeting-Optionen es gibt, wie Kampagnen richtig strukturiert werden – und was erfahrene Advertiser besser machen als Einsteiger.
Wenn ein Shopper auf Amazon nach „Laufschuhe Herren“ sucht und in den ersten Ergebnissen ein Produkt mit dem kleinen Schriftzug „Gesponsert“ sieht – das ist ein Sponsored Product. Schlicht, effektiv, direkt am Kaufmoment. Kein anderes Format auf Amazon bringt mehr Umsatz, keines ist breiter gebucht, und keines wird häufiger falsch eingesetzt.
Sponsored Products sind CPC-Anzeigen (Cost-per-Click), die einzelne Produktlistings in Suchergebnissen und auf Produktdetailseiten bewerben. Bezahlt wird ausschließlich beim Klick, nicht bei der Anzeige. Verfügbar sind sie für professionelle Seller, Vendoren, Buchverlage und Agenturen auf Amazon – ohne Vorab-Gebühren, ohne Mindestbudget.[1]
Wie Sponsored Products funktionieren
Das Grundprinzip ist einfach: Ein Advertiser legt Keywords oder Produkte fest, die er targetieren will, und setzt ein maximales Gebot pro Klick. Gibt es eine passende Suchanfrage, findet in Millisekunden eine Real-Time-Auktion statt. Wer gewinnt, zahlt den zweitnöchsten Preis plus einen Cent – kein Advertiser zahlt mehr als sein gesetztes Maximum.
Die Anzeige erscheint dann in den Suchergebnissen oder auf Produktdetailseiten – visuell nahezu identisch mit organischen Listings, nur durch ein kleines „Gesponsert“-Label markiert. Wird geklickt, landet der Shopper direkt auf der Produktdetailseite. Bezahlt wird genau dann und nur dann.[1]

Targeting: Automatisch, manuell oder beides
Amazon bietet drei Targeting-Wege für Sponsored Products. Die offizielle Empfehlung von Amazon Ads lautet: beide parallel einsetzen, denn sie ergänzen sich strategisch.[2]
| Targeting-Typ | Wie es funktioniert | Beste Verwendung |
|---|---|---|
| Automatisch | Amazon wählt Keywords auf Basis von Produkttitel, Beschreibung und Kategorie. Vier Sub-Typen: Close Match, Loose Match, Substitutes, Complements.[2] | Kampagnenstart, Keyword-Discovery, Trendbeobachtung |
| Manuell – Keywords | Der Advertiser wählt selbst Keywords mit definiertem Match-Type (Broad, Phrase, Exact). Volle Kontrolle über Gebot pro Keyword.[2] | Skalierung bekannter Top-Keywords, genaue Budgetkontrolle |
| Manuell – Produkte/Kategorien | Targeting auf spezifische ASINs oder Kategorien – inkl. Filterung nach Marke, Preisrange und Bewertungen. | Competitor Conquesting, Cross-Selling, Kategorien-Dominanz |
| Negatives Targeting | Keywords, ASINs oder Marken, für die die Anzeige nicht erscheinen soll – verfügbar in Auto- und Manual-Kampagnen. | Budget-Effizienz, irrelevante Suchanfragen ausschließen |
Die drei Keyword Match-Types

Gebotsstrategien: Fest, dynamisch oder angepasst
Amazon bietet drei Gebotsstrategien an, die bestimmen, wie flexibel das System den gesetzten Maximalpreis verändern darf:[1]
Dynamic Bids – Down Only
Amazon senkt das Gebot automatisch, wenn ein Klick weniger wahrscheinlich zu einem Kauf führt. Das Gebot wird nie erhöht. Empfehlung für Einsteiger und Kampagnen mit strenger Budget-Kontrolle.
Dynamic Bids – Up and Down
Amazon erhöht das Gebot um bis zu 100 % (bei Top-of-Search-Platzierungen bis zu 100 %, anderswo bis zu 50 %), wenn ein Kauf wahrscheinlich ist. Kann zu höherem Spend führen, aber auch zu besseren Platzierungen und höherem Umsatz.
Fixed Bids
Das gesetzte Gebot wird immer in voller Höhe eingesetzt – ohne Anpassungen durch Amazon. Maximale Kontrolle, weniger Automatisierung. Sinnvoll, wenn der Advertiser genaue Placement-Kontrolle via manueller Adjustment-Prozentsätze vorzieht.
Zusätzlich zur Gebotsstrategie können für alle drei Placements (Top of Search, Rest of Search, Product Pages) Prozentwerte von 0 % bis 900 % hinterlegt werden. Das bedeutet: Bei einem Basisgebot von 1,00 € und einer Top-of-Search-Anpassung von +100 % wird maximal 2,00 € für diese Platzierung geboten.[1]
Kampagnenstruktur: So baut man richtig auf
Die häufigste Ursache für ineffiziente Kampagnen ist keine falsche Keyword-Wahl – sondern eine schlechte Kampagnenstruktur. Wer alles in eine Kampagne wirft, verliert die Fähigkeit, gezielt zu optimieren.

Amazon Ads empfiehlt explizit, Auto- und Manual-Kampagnen gleichzeitig zu betreiben: Die Auto-Kampagne liefert kontinuierlich neue Keyword-Ideen aus dem Search-Term-Report, die Manual-Kampagne setzt diese mit optimierten Geboten gezielt um.[2]
Die richtigen KPIs lesen und interpretieren
Sponsored Products liefern eine Vielzahl an Metriken. Die wichtigsten im Überblick – und was sie wirklich bedeuten:
| KPI | Formel / Bedeutung | Gut wenn … |
|---|---|---|
| ACoS | Ad Spend ÷ Ad Revenue × 100 | Unterhalb der Produktmarge (Break-Even ACoS) |
| ROAS | Ad Revenue ÷ Ad Spend (Umkehrung von ACoS) | So hoch wie möglich, aber Kontext beachten |
| TACoS | Ad Spend ÷ Gesamt-Umsatz × 100 | Sinkt langfristig, wenn organisches Ranking steigt |
| CTR | Klicks ÷ Impressionen × 100 | >0,3 % gilt als Richtwert; niedriger = Listing-Problem |
| CVR | Verkäufe ÷ Klicks × 100 | Hängt stark von Kategorie ab; Indikator für Listing-Qualität |
| CPC | Durchschnittlicher Klickpreis | Im Verhältnis zum Produktwert bewerten, nicht absolut |
Wichtig: Amazon Ads betont ausdrücklich, dass ACoS allein kein ausreichendes Erfolgskriterium ist – besonders nicht bei neuen Kampagnen, die zunächst Sichtbarkeit und Bewertungen aufbauen müssen.[4] TACoS ist der strategisch aussagekräftigere KPI, weil er den Halo-Effekt auf organischen Umsatz einbezieht.
Branded, Unbranded & Competitor – die wichtigste Kampagnentrennung
Eine der folgenreichsten – und am häufigsten übersehenen – strukturellen Entscheidungen im Sponsored-Products-Management ist die Trennung von Branded, Unbranded und Competitor Keywords in separate Kampagnen. Der Grund ist simpel: Diese drei Keyword-Typen haben fundamental unterschiedliche strategische Ziele, unterschiedliche Inkrementalität und damit auch fundamental unterschiedliche Target-ACoS-Werte.

Die Konsequenz ist klar: Wer alle drei Keyword-Typen in denselben Kampagnen mischt und einen einheitlichen Target-ACoS anlegt, macht zwangsläufig Fehler – entweder wird Branded überbeworben (teures Geld für bereits bekannte Nachfrage) oder Unbranded und Competitor zu frustriert aufgegeben, weil der ACoS höher liegt als beim Branded-Portfolio.
OMNIFOX Grundsatz
Branded Keywords verteidigen Marktanteile – Unbranded und Competitor gewinnen sie. Der strategisch wichtigste Budget-Anteil liegt bei den Unbranded- und Competitor-Kampagnen: Sie bringen echten inkrementellen Umsatz, erschließen neue Kunden und treiben das organische Ranking in Kategorien, in denen bisher wenig Sichtbarkeit besteht. Ein höherer ACoS bei diesen Kampagnentypen ist kein Problem – er ist das Eintrittsgeld für Marktwachstum.
Die praktische Umsetzung: Drei separate Kampagnen-Cluster – Branded, Unbranded, Competitor – mit eigenen Target-ACoS-Werten, eigenem Budget und eigener Optimierungslogik. Branded-Keywords werden zusätzlich in Sponsored Brands gesichert (um die Top-of-Search-Position zu sichern). Unbranded-Keywords bekommen den größten Budget-Anteil, weil hier das Wachstumspotenzial liegt. Competitor-Kampagnen werden mit konservativen Geboten gestartet und skaliert, wenn die Conversion-Daten es erlauben.
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1Amazon Ads (offiziell) Amazon Ads – Best Practices for Sponsored Products (advertising.amazon.com)
Kein Mindestbudget, 321x-Fakt, Placement-Gebotsanpassungen bis 900 %, Always-on-Empfehlung, Negativ-Targeting-Beispiel, Listing-Qualität als Voraussetzung, Daily Budget-Empfehlung, Bidding-Strategien.
advertising.amazon.com/library/guides/sponsored-products-best-practices -
2Amazon Ads (offiziell) Amazon Ads – Guide to Targeting with Sponsored Products
Auto-Targeting (Close Match, Loose Match, Substitutes, Complements), Manual Targeting, Negatives, Empfehlung beide parallel zu betreiben, 2-Wochen-Regel für Auto-Kampagnen, Search-Term-Report als Datenquelle.
advertising.amazon.com/library/guides/targeting-with-sponsored-products -
3Amazon Ads (offiziell) Amazon Ads – What is Keyword Targeting? (advertising.amazon.com)
Keyword Match-Types (Broad, Phrase, Exact), Broad Match Modifier (+), Balance zwischen Reichweite und Relevanz, Search-Term-Report zur Optimierung, Empfehlung Mix aus Auto und Manual.
advertising.amazon.com/library/guides/keyword-targeting -
4Amazon Ads (offiziell) Amazon Ads – What is ACoS? Advertising Cost of Sales Guide
Formel ACoS und ROAS, Kontext-Interpretation für neue Kampagnen (höherer ACoS kein Scheitern), ACoS nicht als einzige Metrik nutzen, Break-Even ACoS Konzept.
advertising.amazon.com/library/guides/acos-advertising-cost-of-sales