Professionelle Video-Ads, Display-Creatives und Streaming-TV-Spots – erstellt in Stunden, nicht Wochen, ohne Budget für Produktion. Creative Agent ist Amazons Antwort auf die Frage, wie Künstliche Intelligenz den gesamten kreativen Prozess übernehmen kann – von der Briefing-Phase bis zum fertigen Ad.
Stell dir vor: Du hast ein neues Produkt, das du auf Amazon bewerben willst. Bisher bedeutete das – Briefing schreiben, Agentur suchen, mehrere Abstimmungsrunden, Storyboard, Produktion, Nachbearbeitung, Freigabe. Budgets in vier- bis fünfstelliger Höhe. Vorlaufzeiten von vier bis acht Wochen. Und am Ende ein Asset, das du vielleicht für zwei Formate nutzen kannst.
Amazon Ads verändert diesen Prozess mit dem Creative Agent von Grund auf. Statt Agenturen und Produktionsstudios gibt es jetzt eine konversationelle KI in Creative Studio, die Produkt-Research betreibt, Zielgruppen analysiert, Werbekonzepte entwickelt, Storyboards baut – und am Ende Video-Ads, Display-Creatives und Streaming-TV-Spots produziert. Kostenlos. In Stunden.[1]
Das klingt nach Marketingversprechen. Es ist aber die Beschreibung dessen, was Amazon auf dem unBoxed-Event angekündigt hat – und was seit Februar 2026 auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz verfügbar ist.
Wie Creative Agent entstanden ist – eine kurze Geschichte
Creative Agent ist nicht über Nacht erschienen. Die Entwicklung zeigt, wie Amazon schrittweise von einzelnen KI-Werkzeugen zu einem vollständigen agentischen Creative-System gewachsen ist:
Was Creative Agent konkret kann – der vollständige Prozess
Creative Agent ist kein einfacher „KI-Bildgenerator“, wie er in vielen anderen Tools steckt. Es ist ein agentischer End-to-End-Prozess, der den gesamten kreativen Entwicklungsweg abdeckt – von der Briefing-Phase bis zum finalen, auslieferbaren Ad. Amazon hat das Tool absichtlich so gestaltet, dass es seinen Denkprozess bei jedem Schritt erklärt – damit der Advertiser eingreifen, korrigieren und mitgestalten kann.[1]
Briefing durch natürliche Sprache – kein Formular
Der Advertiser öffnet Creative Studio, klickt auf „Chat“ und beschreibt sein Produkt und Ziel. Creative Agent fragt nach: Produkt-URL, ASIN, Brand Store, relevante Zielgruppen, bestehende Brand-Assets oder Logos. Dann beginnt das Tool selbständig zu recherchieren: Es analysiert die Produktdetailseite, den Brand Store und die Website – und extrahiert Alleinstellungsmerkmale, Kernbotschaften und relevante Nutzersignale aus Amazons Shopper-Daten.[2]
Mehrere Ad-Konzepte mit Begründung
Creative Agent präsentiert mehrere Werbekonzepte – mit Tagline, erklärtem Ansatz und Begründung, warum dieses Konzept zur Zielgruppe passt. Es erläutert seinen Denkprozess: Welche Shopper-Signale haben die Themenauswahl beeinflusst? Welches Alleinstellungsmerkmal soll im Vordergrund stehen? Der Advertiser wählt ein Konzept – oder gibt Feedback für eine neue Runde.[5]
Szene für Szene – editierbar auf jeder Ebene
Für das gewählte Konzept erstellt Creative Agent ein vollständiges Storyboard: Szenenanzahl, Beschreibung jeder Szene, geplantes Bildmaterial, Voiceover-Text, Timing. Jede Szene kann einzeln bearbeitet werden – Text geändert, Bild neu generiert, Szene gelöscht oder hinzugefügt. Amazon hat diese Granularität bewusst eingebaut: Der Advertiser hat Kontrolle auf jeder Ebene, nicht nur über das Endergebnis.[5]
Bilder, Animation, Voiceover, Musik – alles automatisch
Creative Agent generiert alle nötigen Assets: KI-Bilder für jede Szene (Lifestyle-Kontext, Produkt-Shots), Animationen zwischen den Szenen, Voiceover in der gewünschten Sprache und mit regionalem Akzent, Hintergrundmusik passend zur Tonalitat des Ads. Für EU-Marktplätze stehen sprachspezifische Voiceover-Optionen zur Verfügung – auf DE, UK, FR, IT, ES zugeschnitten.[4]
Direkt deploybar – über mehrere Formate und Placements
Das finale Ad ist direkt auslieferungsbereit für alle unterstützten Formate und Placements – keine weitere Nachbearbeitung nötig. Aus einem kreativen Prozess entstehen mehrere Varianten für unterschiedliche Formate, die parallel in Kampagnen eingesetzt werden können.
Unterstützte Formate und Placements
Creative Agent produziert Assets für alle wesentlichen Amazon Ads-Formate – und liefert sie direkt in die entsprechenden Kampagnentypen:[5]

Technologie hinter Creative Agent: Das Tool ist auf AWS-Infrastruktur aufgebaut und nutzt Foundation Models aus Amazon Bedrock – darunter Amazon Nova (Amazons eigene Modell-Familie) und Anthropic Claude. Mehrere spezialisierte KI-Agenten arbeiten im Hintergrund zusammen: einer für Research, einer für Konzeptentwicklung, einer für Bildgenerierung, einer für Audio – koordiniert durch den übergeordneten Creative Agent.[5]
Warum Creative Agent mehr ist als ein Produktions-Tool
Das Besondere an Creative Agent ist nicht die Tatsache, dass KI Bilder und Videos generieren kann – das können andere Tools auch. Das Besondere ist die Datengrundlage, auf der Creative Agent arbeitet.
Amazons eigene Shopper-Signale – Suchmuster, Kaufhistorien, Produktinteraktionen, Kategoriepräferenzen – fließen in jeden Schritt der kreativen Entwicklung ein. Welche Zielgruppe soll das Ad ansprechen? Welche Produktmerkmale sind für diese Zielgruppe am relevantesten? Welcher emotionale Ansatz hat in dieser Kategorie bei ähnlichen Produkten besonders gut konvertiert? Das sind keine Annahmen des Advertisers mehr – das sind Schlußfolgerungen aus Amazons Retail-Intelligence.[2]
Was Advertiser und Agenturen in der Beta berichten
Amazon hat Creative Agent in mehreren Beta-Phasen mit Advertisern und Agenturen getestet. Zwei Stimmen aus dieser Phase, die den praktischen Mehrwert gut illustrieren:
Was mich wirklich unterscheidet, ist, wie es seinen Denkprozess erklärt, während es mein Creative-Konzept aufbaut. Das erweitert meinen eigenen Horizont – und zeigt mir immer wieder Perspektiven und Winkel, die ich noch nicht in Betracht gezogen hatte, basierend auf den Produkten, die ich verkaufe.Dayexi Tomko, Brand Manager, Nestlé Health Science — Beta-Testerin Creative Agent[2]
Dieses Tool ermöglicht uns, Werbemittel zu entwickeln und Kampagnen für unsere Mid-Market-Kunden in einer Weise zu skalieren, die vorher schlicht nicht möglich war.Destaney Wishon, CEO von BTR Media — Beta-Testerin Creative Agent[2]
Creative Agent vs. traditionelle Produktionswege
| Kriterium | Traditionell (Agentur/Produktion) | Amazon Creative Agent |
|---|---|---|
| Vorlaufzeit | 4–8 Wochen | Stunden bis 1–2 Tage |
| Produktionskosten | Oft 10.000–50.000 €+ für Video | 0 € zusätzlich (im Ads-Konto enthalten) |
| Anzahl Varianten | 1–3 (Budget-Limitierung) | Beliebig viele – jede Iteration kostenlos |
| Datengrundlage für Konzept | Briefing des Advertisers | Amazon Shopper-Signale + Produktdaten + Brand-Assets |
| Erklärbarkeit der kreativen Entscheidungen | ⚫ Teilweise, in Agentur-Präsentation | Vollständig – jeder Schritt erklärt |
| Lokalisierung (mehrere Sprachen) | ✗ Separate Produktionen nötig | Integriert – DE, UK, FR, IT, ES in einem Workflow |
| Kreative Kontrolle | Hoch (mit Aufwand) | ⚫ Hoch, aber innerhalb Amazons Plattform-Grenzen |
| Integration mit Amazon-Kampagnen | ✗ Separater Upload-Prozess | Direkt deploybar in alle Amazon Ad Formate |
| Eigene Brand-Persönlichkeit & Eigenständigkeit | Volle kreative Freiheit | ⚫ Sehr gut, aber KI-generierte Ästhetik erkennbar |
Creative Agent demokratisiert etwas, das bisher nur großen Brands mit entsprechendem Budget vorbehalten war: strategisch fundierte, hochwertige Werbemittel-Produktion auf Basis echter Shopper-Daten. Ein Mittelständler ohne Werbeagentur kann heute in wenigen Stunden ein professionelles Streaming-TV-Ad produzieren, das auf den Amazon-Shopper-Signalen seiner Zielgruppe basiert.
Das ändert gleichzeitig, was von Agenturen erwartet wird. Wer als Agentur seinen Wert primär aus “wir produzieren Ads” bezieht, wird diesen Wert neu definieren müssen. Wer den Wert aus Strategie, Channel-Mix, Kampagnenarchitektur und Performance-Optimierung zieht, gewinnt durch Creative Agent Zeit und Kapazität hinzu – und kann den gleichen kreativen Prozess für mehr Kunden, mehr Varianten und mehr Testgeschwindigkeit einsetzen.
7 OMNIFOX Experten-Tipps zu Amazon Creative Agent
Wie man das Tool wirklich ausschöpft – und wo die Grenzen sind, die man kennen muss.
Creative Agent als Testvehikel nutzen – nicht als Ersatz für deine beste Kampagne
Das größte Geschenk von Creative Agent ist nicht die eine perfekte Ad, sondern die Möglichkeit, viele Varianten schnell und kostenlos zu testen. Nutze das: Entwickle drei bis fünf verschiedene Konzeptansätze (emotional, rational, Testimonial-Stil, Produkt-Demonstration, Problem-Lösung), lasse alle produzieren und laufe A/B-Tests in Sponsored Brands Video oder Sponsored Display. Was normalerweise 50.000 € Produktionsbudget kostet, lässt sich jetzt iterativ testen – und das Gewinner-Konzept kann dann in eine hochwertigere Produktionen investiert werden.
Brand-Richtlinien als Input mitgeben – sonst produziert der Agent generisch
Creative Agent analysiert zwar Produktseiten und Brand Stores – aber wenn keine spezifischen Brand-Assets eingespielt werden (Logos, Farbcodes, Fonts, bestehende Ads), tendiert das Tool zu einer generischen KI-Ästhetik. Gib beim ersten Briefing explizit mit: Markenfarben, verbotene Bildsprache, Tonalität (seriös, verspielt, premium), und lade wenn möglich bestehende Assets hoch. Je mehr Brand-Kontext, desto eigenständiger das Ergebnis.
Streaming TV Ads für Upper-Funnel – Creative Agent macht es jetzt erschwinglich
Streaming TV Ads auf Prime Video waren bisher für die meisten mittelständischen Brands unerschwinglich – Produktionskosten allein im fünfstelligen Bereich. Mit Creative Agent gibt es diese Hürde nicht mehr. Wer AMC-Daten hat und weiß, dass sein typischer Shopper mehrere Touchpoints vor dem Kauf braucht, sollte jetzt ernsthaft einen Streaming-TV-Upper-Funnel aufbauen – der Creative Agent liefert das notwendige Asset kostenlos, und die Mediakosten für ein gezieltes DSP-Streaming-Placement sind deutlich geringer als eine Videoproduktion.
Das Storyboard sorgfältig prüfen – das ist der billigste Moment für Korrekturen
Amazon hat das Tool so gestaltet, dass der Agent seinen Denkprozess bei jedem Schritt offenlegt. Nutz das: Das Storyboard ist der beste Zeitpunkt, um Korrekturen vorzunehmen – bevor alle Assets generiert sind. Stimmt die Szenenreihenfolge? Passt die Voiceover-Formulierung zur Marke? Ist das Alleinstellungsmerkmal, das der Agent herausgearbeitet hat, tatsächlich das relevanteste für diese Zielgruppe? Späte Korrekturen nach der Asset-Produktion kosten mehr Iterationsrunden.
Für EU-Marktplätze: Lokalisierung aus einem Workflow statt aus fünf separaten
Die EU-Lokalisierungs-Funktion von Creative Agent ist ein echter Zeitgewinn. Anstatt für jeden Markt (DE, FR, IT, ES, UK) separate Creatives zu produzieren oder zu übersetzen, entsteht die lokale Version direkt aus demselben kreativen Prozess – mit sprachspezifischem Voiceover, angepasstem Text und regional passenden Stimmen. Gerade für Brands, die paneuropäisch ausrollen wollen, ist das ein massiver Hebel: Eine einzige kreative Entwicklung, fünf Marktplätze, vergleichbare KPIs – ohne fünf separate Produktionsbudgets.
Creative Agent ersetzt keine echte Markenstrategie – garbage in, garbage out
Creative Agent ist so gut wie der Brand Store und die Produktdetailseite, von der er lernt. Wer eine schwache Produktbeschreibung, generische Bilder und keinen gepflegten Brand Store hat, bekommt einen KI-Agenten, der mit schwachem Ausgangsmaterial arbeitet. Vor dem ersten Creative-Agent-Einsatz lohnt es sich deshalb, Listing-Qualität und Brand Store gezielt aufzuwerten – nicht nur für den Creative Agent, sondern weil beides auch direkt die Conversion beeinflusst.
Creative Agent + AMC = datengetriebene Creative-Entwicklung
Die wirklich kraftvolle Kombination entsteht, wenn Creative Agent und Amazon Marketing Cloud zusammenspielen: AMC zeigt, welche Creative-Formate in der Path-to-Purchase-Analyse am stärksten auf Upper-Funnel-Zielgruppen wirken – und Creative Agent produziert diese Formate dann kostenlos. Die klassische Frage “sollten wir mehr in Video oder Display investieren?“ wird mit AMC-Daten beantwortet, mit Creative Agent umgesetzt – ein Kreislauf aus Messung und Produktion, der früher pro Iteration Wochen gedauert hat und jetzt in Tagen möglich ist.
Fazit: Creative Agent ist keine Spielerei – es ist eine Umverteilung von kreativem Kapital
Was Creative Agent wirklich verändert, ist nicht die Qualität einzelner Ads – die besten menschlichen Kreativagenturen werden noch lange Ads produzieren, die kein KI-Tool erreicht. Was sich verändert, ist der Zugang zu professioneller Creative-Produktion: früher eine Frage des Budgets, heute eine Frage des richtigen Einsatzes.
Brands, die bisher keine Streaming-TV-Präsenz hatten, können sie jetzt aufbauen. Agenturen, die für jeden Kunden separate Kreativprozesse hatten, können parallel und mit mehr Testgeschwindigkeit arbeiten. Und Advertisers, die Creatives immer als Kostenfaktor sahen, können sie jetzt als Testdaten behandeln – und iterieren, bis sie wissen, was wirklich konvertiert.
Amazon hat Creative Agent nicht als nettes Tool-Experiment gestartet. Zusammen mit dem MCP Server, dem Ads Agent und der AMC-Integration ist es Teil einer konsistenten Vision: eine Werbe-Plattform, auf der KI jeden Teil des Prozesses übernehmen kann – Analyse, Planung, Kampagnenmanagement, Creative-Produktion – und der Mensch den Teil übernimmt, der wirklich menschlich bleiben muss: Strategie, Markenpersönlichkeit und die Entscheidung, wohin es gehen soll.
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1Amazon Ads (offiziell) Amazon Ads – „Transform campaign and asset development with Creative Agent“ (unBoxed 2025)
Feature-Beschreibung nach unBoxed November 2025: Integration in Amazon Ads Console, Streaming TV Ads, Display/Video/Audio-Formate, kostenlose Nutzung, US-Verfügbarkeit, Vendors und Sellers.
advertising.amazon.com/resources/whats-new/unboxed-2025-creative-agent -
2Amazon Ads (offiziell) Amazon Ads – „Amazon Ads launches new agentic AI creative tool“ (September 2025)
Erstankündigung Creative Agent, 17. September 2025. Zitat Jay Richman (VP Amazon Ads), Testimonials Nestlé Health Science und BTR Media, Shopper-Signal-Grundlage, Konversationsinterface, Storyboard-Entwicklung.
advertising.amazon.com/library/news/amazon-ads-agentic-ai-creative-tool -
3Amazon Ads (offiziell) Amazon Ads – unBoxed 2025 Keynote Recap
Einordnung Creative Agent als unBoxed-Kernankündigung, Streaming TV Ad Creation, 67% schnellere Kampagnenstarts, Partnerschaft-Kontext.
advertising.amazon.com/library/news/unboxed-2025-recap -
4Amazon (offiziell) About Amazon EU – „Amazon Ads launches Creative Agent“ (Februar 2026)
EU-Launch: UK, DE, FR, IT, ES. Zitat Phil Christer (MD Amazon Ads UK). Lokalisierungs-Workflows für mehrere europäische Märkte. Technologie: Amazon Bedrock, Amazon Nova, Anthropic Claude.
aboutamazon.eu/news/innovation/amazon-ads-launches-creative-agent -
5Fachpresse ChannelX – „Amazon Ads launches Creative Agent for professional-quality ads“ (11. Feb. 2026)
Detaillierter Prozessablauf: Storyboard-Phase, szenenweise Editierbarkeit, Multi-Format-Outputs (SB, Streaming TV, Sponsored Display, DSP, Brand Store), Zitat Phil Christer, unBoxed London 2026-Kontext.
channelx.world/2026/02/amazon-ads-launches-creative-agent