Im Januar 2024 startete Amazon Werbung auf Prime Video – und schuf damit auf Anhieb den größten werbegestützten Premium-Streaming-Dienst der Welt. 200 Millionen Zuschauer weltweit, 17 Millionen allein in Deutschland, First-Party-Kaufdaten als Targeting-Grundlage und shoppable Formate, die direkt zum Warenkorb führen. Was Marken darüber wissen müssen.
Die Einführung von Werbung auf Prime Video im Januar 2024 war eine der bedeutendsten Verschiebungen im deutschen und europäischen Werbemarkt seit Jahren. Amazon hat damit nicht nur eine neue Erlösquelle erschlossen, sondern ein Werbeformat geschaffen, das zwei bislang getrennte Welten verbindet: die emotionale Reichweite von Fernsehwerbung und die datenbetriebene Präzision von Performance-Marketing.
Was Prime Video Advertising einzigartig macht, ist die Kombination, die kein anderer Streaming-Dienst replizieren kann: Werbung wird nicht an Zuschauer ausgespielt, weil sie bestimmten demografischen Merkmalen entsprechen – sondern weil sie nachweislich kaufen. Amazon weiß, was 200 Millionen Zuschauer weltweit in der Vergangenheit gesucht, geklickt und gekauft haben. Das ist der eigentliche Wert von Prime Video Ads.
Von der Ankündigung zum weltgrößten Streaming-Ad-Inventar – der Zeitstrahl
Launch in den USA, UK, Deutschland, Österreich, Kanada, Frankreich, Italien, Spanien, Mexiko
Erster Start von Prime Video Ads in 9 Ländern gleichzeitig. Prime Video wird sofort zum weltgrößten werbegestützten Premium-Streaming-Dienst. Kunden, die keine Werbung sehen möchten, können ein Add-on für ca. 2,99 €/Monat buchen.
Interaktive & Shoppable Formate eingeführt
Amazon launcht Pause Ads, Brand Trivia Ads und fernbedienungsaktivierte Shopping-Funktion. Zuschauer können direkt vom Fernseher aus Produkte in den Warenkorb legen. Interne Daten zeigen: 10× mehr Produktseitenaufrufe und Conversions im Vergleich zu nicht-interaktiven Formaten.
Programmatic Guaranteed Deals für Prime Video Inventar
Werbetreibende können ab sofort garantiertes Prime Video Inventar über programmatische Deals direkt buchen – mit vorab vereinbarten Preisen und Liefergarantien.
Erstes deutsches Upfront-Event: Zahlen für den DACH-Markt
Amazon hält erstmals eine eigene Upfront-Veranstaltung in Deutschland ab und veröffentlicht offizielle Reichweitenzahlen: 17 Millionen monatliche Zuschauer in Deutschland, 95 % davon aktive Amazon-Käufer, 75 % höherer Ausgaben als durchschnittliche Amazon-Kunden.
AGF-Messung & AMC Prime Video Viewership Signals
Prime Video wird in Deutschland in die AGF-Videomessung integriert – weltweit die erste Joint Industry Committee-Messung für einen Streaming-Dienst. Amazon Marketing Cloud erhält Prime-Video-Viewing-Signale für erweiterte Attribution und Zielgruppenanalyse.
Standortbasierte interaktive Ads & PLZ-Level-Targeting
Amazon führt ortsbezogene interaktive Video-Ads ein. Werbetreibende können Targeting bis auf Postleitzahl-Ebene verfeinern – eine Fähigkeit, die lineare TV-Werbung strukturell nicht bieten kann.
Prime Video Ads vs. lineares Fernsehen – was wirklich anders ist
Prime Video Advertising ist kein Streaming-Äquivalent von TV-Werbung. Es ist ein anderes Produkt mit anderen Möglichkeiten. Der Vergleich macht das deutlich:
| Dimension | 📺 Lineares TV | ◆ Prime Video Advertising |
|---|---|---|
| Targeting-Basis | Demografie (Alter, Geschlecht, Haushaltsgröße); größtenteils kontextuell | ✓ Amazon First-Party-Daten: Kaufverhalten, Suchhistorie, Produktkategorien, Lifestyle-Segmente |
| Zielgruppen-Präzision | Breit – hohe Streuverluste | ✓ Über 2.800 Segmente; PLZ-Level-Targeting möglich |
| Messbarkeit | GRP/TRP, Reichweite; keine direkte Kaufmessung | ✓ Impressions, Klicks, DPV, Add-to-Cart, Verkäufe, Brand Lift – full-funnel |
| Interaktivität | ✗ Keine | ✓ Shoppable Ads: Produkt per Fernbedienung in Warenkorb; QR-Code; Pause Ads |
| Mindestbudget | Oft hohe 5- bis 6-stellige Beträge | Geringere Einstiegsschwelle; auch für mittelständische Marken zugänglich |
| Non-Skippable | ✓ Ja | ✓ Ja – alle Prime Video Ads sind non-skippable |
| Werbefrequenz | Hoch – viele Unterbrechungen | ✓ Deutlich weniger Unterbrechungen als lineares TV – höhere Aufmerksamkeit |
| Zugang ohne Amazon-Shop | n/a | ✓ Offen für alle Marken, unabhängig vom Amazon-Kanal |
Die Anzeigenformate im Überblick
Prime Video Advertising umfasst mehrere Formate für unterschiedliche Ziele – von klassischer Markenbekanntheit bis zu direkten Kaufimpulsen am TV-Bildschirm.[3]

Zielgruppen-Targeting – was Prime Video kann, was kein anderer kann
Zuschauer, die in den letzten 30, 60 oder 90 Tagen in einer bestimmten Kategorie (Beautyprodukte, Sportartikel, Babyausstattung etc.) auf Amazon gekauft haben. Echte Kaufsignale, keine Vermutungen.
Nutzer, die aktiv in einer Produktkategorie recherchieren und nach Suchanfragen, Produktseiten-Aufrufen und Warenkorbaktionen klassifiziert sind. Hochwertig für Lower-Funnel-Aktivierung.
Über 2.800 Lifestyle-Segmente: Tierliebhaber, Fashionistas, Autoenthusiasten, Tech-Aficionados, Outdoor-Käufer. Basiert auf tatächlichem Kaufverhalten, nicht auf selbst angegebenem Interesse.
Von nationaler Ebene bis auf Postleitzahl-Genauigkeit. Seit Juni 2025 Geographic Insights: identifiziert geografische Hochpotenzial-Gebiete basierend auf First-Party-Retail-Signalen.
Eigene Kundenlisten, CRM-Daten oder Loyalitätsprogramm-Daten einbringen. Amazon DSP matcht sicher gegen das eigene Ökosystem – Remarketing oder Ausschluss bestehender Kunden.
Auf Basis der besten bestehenden Kunden oder Käufer erstellt Amazon statistische Lookalike-Gruppen mit ähnlichem Kaufprofil – für effiziente Neukundengewinnung im TV-Umfeld.
Wie Prime Video Advertising gemessen wird
Ein zentraler Unterschied zu linearem TV ist die Messbarkeit. Prime Video Ads liefern Full-Funnel-Metriken, die von Markenbekanntheit bis zur direkten Conversion reichen.[4]
| Metrik | Typ | Was sie misst |
|---|---|---|
| Impressions | Brand | Wie oft wurde die Anzeige ausgespielt. Grundlage für Reichweiten- und Frequenzanalyse. |
| Completion Rate | Brand | Anteil der Zuschauer, die das Video bis zum Ende gesehen haben. Bei non-skippable Ads typischerweise sehr hoch – aussagekräftig für Engagement. |
| Brand Lift | Brand | Messung des Zuwachses an Markenbekanntheit, Markenfavorisierung und Kaufabsicht durch Befragung von exponierten vs. Kontrollgruppen (via Kantar-Messung). |
| Click-Through-Rate (CTR) | Retail | Anteil der Zuschauer, die nach dem Ad aktiv interagiert haben (Fernbedienung, QR-Code). Relevant bei interaktiven Formaten. |
| Detail Page Views (DPV) | Retail | Wie viele Zuschauer die Produktdetailseite auf Amazon nach Anzeigenexposition besucht haben. Misst oberes Kaufinteresse. |
| Add-to-Cart (ATC) | Retail | Anzahl der Warenkorbzufügungen nach Ad-Exposition. Direkter Lower-Funnel-Indikator – bei Shoppable Ads sofort im TV messbar. |
| Purchases / ROAS | Retail | Tatsächliche Verkäufe und Return on Ad Spend. Attribution über definiertes Fenster (Click-Through und View-Through). Nur möglich für Marken mit Amazon-Produkten. |
| Amazon Marketing Cloud (AMC) | Erweitert | Seit November 2025: Prime-Video-Viewing-Signale in AMC verfügbar. Ermöglicht kanalübergreifende Attribution und Analyse der kompletten Customer Journey von TV-Kontakt bis Kauf. |
AGF-Messung seit November 2025: Prime Video ist in Deutschland als erster Streaming-Dienst weltweit in das AGF (Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung) Videoforschungs-System integriert. Das bedeutet, Prime Video Reichweiten sind jetzt nach denselben Standards wie klassische TV-Reichweiten messbar und direkt vergleichbar. Für Media-Planer ist das ein entscheidender Schritt: Streaming und lineares TV können nun in einer einheitlichen Planung zusammengeführt werden.[2]
7 OMNIFOX Einschätzungen zu Prime Video Advertising
Was Marken beim Einstieg in Prime Video Ads beachten sollten – und wo die größten Chancen liegen.
Kampagnenziel zuerst definieren – Prime Video ist Full-Funnel, nicht nur Brand
Prime Video Advertising wird häufig als reines Branding-Medium betrachtet. Das ist eine Unterstzung seiner Möglichkeiten. Mit Shoppable Ads, DPV-Tracking und direkter Purchase-Attribution können auch Lower-Funnel-Ziele verfolgt werden. Vor dem Kampagnenstart klar definieren: Geht es um Markenbekanntheit (Impressions, Brand Lift), um Consideration (DPV, ATC) oder um direkte Conversion (Purchases, ROAS)? Das Ziel bestimmt Format, Targeting und Erfolgsmessung – und sollte nicht nachträglich umdefiniert werden.
TV-Spot ist nicht gleich Prime-Video-Ad – eigenes Creative für CTV entwickeln
Der Fehler, den viele Marken beim Einstieg machen: bestehende lineare TV-Spots ohne Anpassung auf Prime Video einbuchen. CTV-Nutzer sitzen näher am Bildschirm, sind konzentrierter, aber auch selektiver. Ein Prime Video-Creative sollte innerhalb der ersten 3 Sekunden die Marke zeigen und die Botschaft klar übermitteln – denn auch wenn die Ad non-skippable ist, entscheidet das Gehirn schon früh, ob es aufpasst. Ideal: Ein eigenes 15- oder 20-Sekunden-Format, das auf das CTV-Nutzungsverhalten optimiert ist.
Shoppable Ads für Amazon-Produkte priorisieren – der einzigartige Vorteil
Das, was nur Prime Video bieten kann und kein anderer Kanal: Der Moment, in dem ein Zuschauer ein Produkt im TV-Spot sieht, nimmt die Fernbedienung und legt es direkt in den Amazon-Warenkorb – ohne das Streaming zu verlassen. Marken mit Produkten auf Amazon sollten interaktive Shoppable-Formate als primäres Format testen, da der Aufwand zur Implementierung gering ist und der direkte Conversion-Effekt (laut Amazon-Daten 10× mehr DPV und ATC) messbar deutlich über Standard-Streaming-TV-Ads liegt.
Kaufbasiertes Targeting statt demografisches Targeting nutzen
Der Wert von Prime Video Ads liegt nicht in der TV-Reichweite allein – den haben andere auch. Der Wert liegt im Targeting auf nachgewiesene Kaufsignale. Wer eine In-Market-Audience (aktive Suche in einer Kategorie) oder eine Purchaser-Audience (hat in den letzten 60 Tagen in einer Kategorie gekauft) anspricht, erreicht Menschen mit nachweislicher Kaufbereitschaft im TV-Umfeld. Diese Kombination ist auf keiner anderen Plattform replizierbar.
Amazon Marketing Cloud für kanalübergreifende Attribution nutzen
Seit November 2025 sind Prime-Video-Viewing-Signale in der Amazon Marketing Cloud (AMC) verfügbar. Das bedeutet: Wer auch Search Ads (SP, SB, SD) schaltet, kann jetzt analysieren, wie viele Kunden zuerst eine Prime Video Ad gesehen und später über eine Sponsored Products-Anzeige konvertiert haben. Diese kanalübergreifende Attribution zeigt den echten Wert von Upper-Funnel-Investitionen in Prime Video – der in Single-Channel-Berichten systematisch unterbewertet wird.
Auch für Nicht-Amazon-Verkäufer relevant – D2C-Traffic und Offline-Marken
Prime Video Advertising setzt keinen Amazon-Shop voraus. Marken, die ausschließlich über eigene Kanäle oder den stationären Handel verkaufen, können Prime Video Ads für Markenbekanntheit, Webseiten-Traffic oder Leadgenerierung nutzen. Für D2C-Marken: Amazon Attribution Tag auf der eigenen Website implementieren und so den Kanal-Effekt von Prime Video Ads auf den eigenen Shop messen.
Frühzeitig einsteigen – CPMs werden steigen
Prime Video hat CPMs – besonders in der Einführungsphase – deutlich unter linearem TV-Werbung angeboten, um Werbetreibende zu gewinnen. Der aktuelle CPM-Korridor von 20–26 € im DACH-Markt ist als frühes Marktpreis-Signal zu verstehen. Mit steigender Nachfrage und zunehmendem Werbeinventar-Wert werden die Preise anziehen. Marken, die jetzt Erfahrungen mit dem Format sammeln, Creative-Learnings aufbauen und Audience-Daten akkumulieren, werden später einen dauerhaften Vorteil gegenüber Späteinsteigern haben.[4]
Fazit: Prime Video Advertising ist kein Experiment mehr
In einem Jahr hat Amazon mit Prime Video Advertising eine neue Kategorie im Werbemarkt etabliert – den premium, datengetriebenen Connected-TV-Kanal. 200 Millionen monatliche Zuschauer weltweit, in Deutschland 17 Millionen mit 95 % aktiver Amazon-Kaufhistorie, AGF-Messung, Shoppable-Formate, PLZ-Targeting, AMC-Integration.
Für Marken, die entweder auf Amazon verkaufen und ihren Upper-Funnel aufbauen wollen, oder Marken, die bisher kein effizientes TV-Format gefunden haben, ist Prime Video Advertising die relevanteste neue Werbeplattform der letzten Jahre. Nicht wegen der Reichweite allein – sondern wegen der Kombination aus Premium-Content-Umfeld, Kaufdaten und direkter Messbarkeit vom TV-Kontakt bis zum Warenkorb.
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Amazon (offiziell) Amazon Ads – Prime Video Ads Produktseite (laufend aktualisiert)
Offizielle Angaben: >200 Mio. monatliche werbegestützte Zuschauer weltweit; Prime Video als weltgrößter werbegestützter Premium-Streaming-Dienst; Start Januar 2024 in 9 Ländern; aktuelle Verfügbarkeit in 13 Ländern; keine Werbung im Kids-Profil; Pre- und Mid-Roll-Format.
advertising.amazon.com (Prime Video Ads) -
Amazon (offiziell) Amazon Ads – „Amazon Ads-Führungskräfte diskutieren die Zukunft der Prime Video-Anzeigen“ (Jan. 2025) & Deutsches Upfront-Event (Jun. 2025)
17 Mio. monatliche Zuschauer in DE; 95 % der deutschen PV-Zuschauer kauften in den letzten 3 Monaten auf Amazon; 75 % höhere Ausgaben; AGF-Integration November 2025; AMC Prime Video Viewership Signals; Shoppable Ads: 10× mehr DPV und ATC vs. Standard Streaming TV.
advertising.amazon.com (Prime Video Expert Advice) -
Amazon (offiziell) Amazon Ads – Anzeigenspezifikationen Streaming TV und Prime Video
Formate: Pre-Roll, Mid-Roll; Längen 15, 20, 30 Sek. Standard; bis 120 Sek. möglich; Mindest-Videobitrate 15 Mbit/s; interaktive Formate Pause Ads, Shoppable Ads, Brand Trivia (ab Mai 2024); Non-Skippable; standortbasierte interaktive Ads (ab Okt. 2025).
advertising.amazon.com (Ad Specs Streaming TV)